From Naugard to Pomerode

                       

Ziegelei Klemann

Mein Urur-Großvater Friedrich Kleman kam im Jahre 1868, nach schwieriger Seereise auf einem Segelschiff, mit seiner Mutter und vier Geschwistern, in Brasilien an. Die Überfahrt von Europa nach Brasilien dauerte aufdem Seeweg zu damaliger Zeit acht bis zehn Wochen. In Blumenau, wo die Einwanderer landeten, wurden sie in großen Lagerschuppen untergebracht.Hier bekam jeder seine Kolonie mit einer Nummer zugeteilt. Friedrich Kleman erhielt die Kolonie N°142.

Die Schwierigkeiten begannen: Strassen und Hütten aus Rundholz mußten gebaut und mit Dachblättern gedeckt werden, damit Wald gerodet und bepflanzt werden konnte, denn die Einwanderer mußten Felder und Äcker bestellen, damit die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert war. Alle Einwanderer waren evangelische Christen und auch weit weg von der "alten" Heimat wollten sie sonntags ihre Gottesdienste feiern. Dies tat man erst in ihrem Lagerschuppen: jemand las aus der Bibel und einem Predigtbuch vor. 

Bald wurde unter großen Schwierigkeiten eine feste Kirche gebaut, die noch heute an gleicher Stelle steht. Die Glocken stammten aus Deutschland. Es gab noch keine Ziegelei und so wurden die Steine, die für den Bau der Kirche notwendig waren, von Hand gefertigt. Der Turm auf der Dachspitze wurde 1927 entfernt und ein neuer, massiver von der Erde aus hochgebaut.Aber es fehlten auch Schulen, denn die Einwandererkinder mußten Lesen und Schreiben lernen. Nach Aussage der Älteren wurde die erste Schule im Jahre 1871 gebaut.

Mein Urur-Großvater Friedrich Kleman war bei dem Bau der Kirche und der Schule dabei.Später baute er mit seinem Sohn Ernst Carl Hermann Kleman eine Ziegelei, in der noch heute Ziegel gemacht werden. Bis 1990 gehörte sie meinem Großvater Egon und jetzt ist die Ziegelei Kleman in Besitz meines Onkels.

Vielen Dank und viele Grüße aus Pomerode

 Edson Kleman

 Pomerode - SC -Brazil

 

 

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